Typische Mängel
Ein Spielplatz wird benutzt – und das darf man ihm auch ansehen. Nicht jede Gebrauchsspur ist gleich ein Mangel und nicht jeder Mangel bedeutet, dass ein Spielgerät sofort gesperrt werden muss.
Aber es gibt Stellen, bei denen man genauer hinschauen sollte.
Genau das mache ich bei meinen Spielplatzprüfungen.
Was mir bei Prüfungen immer wieder begegnet
Fallschutz, der nicht mehr da ist, wo er sein soll
Gerade unter Schaukeln, Rutschen oder an stark genutzten Stellen wird loses Fallschutzmaterial schnell zur Seite gespielt. Dann kann die erforderliche Schichtdicke irgendwann nicht mehr ausreichen. Auch Fallschutzplatten nehme ich genau unter die Lupe – zum Beispiel auf Beschädigungen, Verschiebungen oder Stolperstellen.
Verschleiß an Ketten, Seilen und beweglichen Teilen
Wo täglich geschaukelt, geklettert und gewippt wird, entsteht Verschleiß. Das ist erst einmal ganz normal. Wichtig ist, rechtzeitig zu erkennen, wann aus normaler Abnutzung ein sicherheitsrelevanter Mangel wird.
Lockere Schrauben und Verbindungen
Eine lockere Verbindung sieht man nicht unbedingt auf den ersten Blick. Deshalb wird bei einer Prüfung nicht nur geschaut. Je nach Bauteil wird auch gerüttelt, bewegt und genauer geprüft.
Holz, das in die Jahre gekommen ist
Holz arbeitet. Es bekommt Risse, verwittert und kann an bestimmten Stellen faulen. Ein Riss im Holz muss dabei nicht automatisch gefährlich sein. Entscheidend ist, wo er sich befindet, wie ausgeprägt er ist und ob die Stabilität oder Sicherheit dadurch beeinträchtigt wird.
Fangstellen
Hier wird es besonders wichtig: Öffnungen und Abstände an Spielgeräten können unter bestimmten Umständen zu Fangstellen für Kopf, Hals, Finger oder Kleidung werden.
Ob eine Öffnung problematisch ist, lässt sich mit bloßem Augenmaß nicht immer zuverlässig beurteilen. Deshalb gehören entsprechende Prüfungen für mich selbstverständlich dazu.
Freiliegende Fundamente
Fallschutzmaterial wird weggespielt, Boden wird abgetragen oder ausgewaschen – und plötzlich liegt ein Fundament frei, das ursprünglich ausreichend überdeckt war. Das kann insbesondere im Fallbereich zum Problem werden.
Rost und andere Materialschäden
Ein bisschen Rost bedeutet nicht automatisch, dass ein Spielgerät ausgetauscht werden muss. Ich schaue mir an, wo die Korrosion auftritt und ob sie Auswirkungen auf die Sicherheit oder Stabilität des Gerätes hat.
Nicht jeder Mangel ist gleich ein Sicherheitsrisiko
Manchmal sehe ich schon beim Betreten des Spielplatzes, wo ich genauer hinschauen möchte. Andere Dinge entdeckt man erst bei der eigentlichen Prüfung.
Und manchmal sieht etwas für den Laien ziemlich schlimm aus, ist aus sicherheitstechnischer Sicht aber gar nicht das größte Problem.
Deshalb geht es bei einer Spielplatzprüfung für mich nicht darum, möglichst viele Mängel zu finden. Es geht darum, die relevanten Mängel zu erkennen und richtig einzuordnen.
Hinschauen, prüfen, dokumentieren
Was ich bei der Prüfung feststelle, wird dokumentiert. So weiß der Betreiber anschließend, wo Handlungsbedarf besteht und welche Punkte im Blick behalten werden sollten.
Denn ein Spielplatz muss nicht aussehen wie neu.
Er muss sicher bespielbar sein.
Sie sind sich bei einem Mangel nicht sicher?
Dann schauen wir uns das gemeinsam an. Als Spielplatzprüferin prüfe ich Spielplätze und Spielgeräte unabhängig und mit einem geschulten Blick für die Stellen, auf die es wirklich ankommt.
