Spielplatz von A-Z Fachbegriffe einfach erklärt
Rund um die Sicherheit von Spielplätzen gibt es zahlreiche Fachbegriffe, Normen und technische Bezeichnungen. Doch was genau ist eine Aufprallfläche? Was unterscheidet Fallraum und Freiraum? Was bedeutet freie Fallhöhe und wann spricht man von einer Fangstelle?
In meinem Spielplatz A–Z erkläre ich wichtige Begriffe aus den Bereichen Spielplatzsicherheit, Spielplatzprüfung, Fallschutz sowie Wartung und Instandhaltung kurz und verständlich.
Das Lexikon richtet sich an Betreiber, Kommunen, Schulen, Kindertagesstätten, Planer und alle, die für die Sicherheit von Spiel- und Freizeitanlagen verantwortlich sind.
Von A wie Aufprallfläche bis Z wie Zugänglichkeit – kompakt erklärt und aus der Praxis der Spielplatzprüfung.
Spielplatz A-Z
A
Absturzsicherung
Bauliche Sicherung an erhöhten Spielebenen, die das Risiko eines unbeabsichtigten Absturzes vermindert.
Aufprallfläche
Fläche, auf die ein Benutzer nach einem Sturz durch den Fallraum auftreffen kann. Größe und Beschaffenheit richten sich unter anderem nach der freien Fallhöhe und der Art des Spielgerätes.
Aufstieg
Bauteil oder Konstruktion, die den Zugang zu einer erhöhten Spielebene ermöglicht, zum Beispiel Leiter, Treppe, Rampe oder Kletterelement.
Auslaufbereich
Bereich am Ende einer Rutsche, in dem die Rutschbewegung des Benutzers verlangsamt und beendet wird.
B
Barrierefreiheit
Gestaltung von Spielräumen und Spielangeboten mit dem Ziel, die Nutzung und Teilhabe für Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zu ermöglichen.
Betreiber
Verantwortliche Person oder Organisation für den sicheren Betrieb einer Spielanlage. Dazu gehören insbesondere Inspektion, Wartung, Reparatur und Dokumentation.
Bodenfreiheit
Abstand zwischen einem Bauteil eines Spielgerätes und der darunterliegenden Oberfläche. Je nach Gerät und Bewegungsart gelten besondere Anforderungen.
Brüstung
Bauliche Sicherung an erhöhten Spielebenen, die einen Absturz und zusätzlich das Hindurchrutschen des Benutzers verhindern soll.
D
Dokumentation
Nachvollziehbare Aufzeichnung von Inspektionen, festgestellten Mängeln, Wartungen und Reparaturen einer Spielanlage.
E
Einfriedung
Abgrenzung eines Spielbereichs, beispielsweise durch einen Zaun. Sie sollte selbst keine zusätzlichen Gefahren wie scharfe Kanten, Spitzen oder gefährliche Fangstellen erzeugen.
Erstabnahme
Sicherheitstechnische Prüfung einer neu errichteten oder wesentlich veränderten Spielanlage vor beziehungsweise im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme.
F
Fallhöhe, freie
Größter lotrechter Abstand zwischen der eindeutig vorgesehenen Körperunterstützung eines Benutzers und der darunterliegenden Aufprallfläche. Sie ist unter anderem maßgeblich für die Anforderungen an den Fallschutz.
Fallraum
Raum in, auf oder um ein Spielgerät, der von einem Benutzer während eines Sturzes von einem erhöhten Teil des Gerätes eingenommen werden kann.
Fallschutz
Stoßdämpfende Beschaffenheit des Bodens in der Aufprallfläche eines Spielgerätes. Die erforderliche Ausführung richtet sich insbesondere nach der freien Fallhöhe und den Anforderungen der DIN EN 1176 und DIN EN 1177.
Fangstelle
Gefahrenstelle, an der Körperteile, Kleidung oder Haare hängen bleiben oder eingeklemmt werden können.
Fangstelle für Finger
Öffnung oder Spalt, in dem ein Finger während der Nutzung eines Spielgerätes hängen bleiben kann.
Fangstelle für Kopf und Hals
Öffnung oder Situation, bei der Kopf oder Hals eines Benutzers hängen bleiben können. Unterschieden werden unter anderem vollständig und teilweise umschlossene Öffnungen.
Fangstelle für Kleidung und Haare
Stelle, an der Kleidung, Kordeln oder Haare während der Nutzung eines Spielgerätes hängen bleiben können.
Freiraum
Raum in, auf oder um ein Spielgerät, der von einem Benutzer während einer durch das Gerät verursachten Bewegung eingenommen werden kann, zum Beispiel beim Schaukeln, Rutschen oder Drehen.
Fundament
Bauteil zur standsicheren Verankerung eines Spielgerätes im Boden. Fundamente dürfen innerhalb relevanter Bereiche keine zusätzlichen Verletzungsgefahren verursachen.
G
Geräteraum
Raum, den ein Spielgerät einschließlich seiner beweglichen Teile während der bestimmungsgemäßen Nutzung einnimmt.
Geländer
Absturzsicherndes Bauteil, das den Benutzer vor einem unbeabsichtigten Sturz von einer erhöhten Fläche schützen soll.
H
HIC-Wert
Der Head Injury Criterion (HIC) ist ein Messwert zur Beurteilung der Stoßdämpfung eines Spielplatzbodens und wird bei Prüfungen nach DIN EN 1177 verwendet.
Hindernis
Gegenstand oder Bauteil im Bewegungs-, Fall- oder Aufprallbereich, das bei einem Zusammenstoß oder Sturz eine zusätzliche Verletzungsgefahr darstellen kann.
I
Inspektion
Systematische Überprüfung einer Spielanlage auf sicherheitsrelevante Veränderungen und Mängel.
Instandhaltung
Gesamtheit der Maßnahmen, die dazu dienen, den sicheren und funktionsfähigen Zustand von Spielgeräten und Spielplatzböden zu erhalten oder wiederherzustellen.
J
Jahreshauptinspektion
Umfassende jährliche Inspektion zur Feststellung des allgemeinen betriebssicheren Zustands von Spielgeräten, Fundamenten und Oberflächen. Berücksichtigt werden unter anderem Verschleiß, Verrottung, Korrosion und Veränderungen der Sicherheit.
K
Karussell
Spielplatzgerät, das sich um eine im Wesentlichen senkrechte Achse dreht. Für Karussells gelten zusätzliche Anforderungen der DIN EN 1176-5.
Ketten
Häufig verwendete tragende oder bewegliche Verbindungselemente, beispielsweise an Schaukeln. Verschleiß, Verformungen und Verbindungen sind regelmäßig zu kontrollieren.
Klettergerät
Spielgerät oder Teil eines Spielgerätes, das zum Klettern bestimmt ist und unterschiedliche motorische Fähigkeiten fordert.
Kritische Fallhöhe
Maximale freie Fallhöhe, für die ein stoßdämpfender Boden bei einer Prüfung nach DIN EN 1177 ein ausreichendes Stoßdämpfungsvermögen aufweist.
L
Leiter
Aufstieg mit regelmäßig angeordneten Sprossen oder Tritten. Konstruktion, Abstände und mögliche Fangstellen sind sicherheitstechnisch zu berücksichtigen.
Lose Schüttmaterialien
Stoßdämpfende Bodenmaterialien wie Sand, Kies oder Holzmaterialien, die in ausreichender Schichtdicke und Ausdehnung vorhanden sein müssen.
M
Mängel
Abweichungen oder Schäden, die Funktion, Dauerhaftigkeit oder Sicherheit einer Spielanlage beeinträchtigen können. Art und Dringlichkeit der erforderlichen Maßnahmen richten sich nach dem jeweiligen Risiko.
Mindestfreiraum
Für die sichere Nutzung erforderlicher Raum um bewegungsbedingte Bereiche eines Spielgerätes.
N
Norm
Technische Regel, die Anforderungen, Prüfverfahren oder Empfehlungen für bestimmte Bereiche festlegt. Für öffentliche Spielplatzgeräte ist insbesondere die Normenreihe DIN EN 1176 von Bedeutung.
Nutzergruppe
Personenkreis, für den ein Spielgerät oder eine Anlage vorgesehen ist. Alter, Fähigkeiten und vorhersehbares Nutzerverhalten können für die sicherheitstechnische Bewertung relevant sein.
O
Operative Inspektion
Detailliertere Inspektion zur Überprüfung von Funktion und Stabilität der Geräte sowie zur Erkennung von Verschleiß. Die erforderlichen Intervalle richten sich unter anderem nach Herstellerangaben und örtlichen Gegebenheiten.
P
Podest
Erhöhte, in der Regel waagerechte Fläche eines Spielgerätes, die als Aufenthalts-, Übergangs- oder Ausgangsbereich für weitere Spielelemente dienen kann.
Prüfkörper
Genormte Prüfmittel zur Beurteilung bestimmter sicherheitsrelevanter Öffnungen und möglicher Fangstellen an Spielplatzgeräten.
Prüfbericht
Dokumentation einer durchgeführten Inspektion oder Prüfung mit Angaben zum Zustand der Anlage, festgestellten Mängeln und gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen.
R
Rampe
Geneigter Auf- oder Übergang an einem Spielgerät. Je nach Ausführung können Anforderungen an Absturzsicherung, Oberflächen und Aufstiegshilfen bestehen.
Raumnetz
Dreidimensionale Netzkonstruktion zum Klettern und Spielen. Zusätzliche Anforderungen für Raumnetze enthält DIN EN 1176-11.
Reparatur
Maßnahme zur Wiederherstellung des sicheren und funktionsfähigen Zustands eines beschädigten oder verschlissenen Bauteils.
Rutsche
Spielplatzgerät mit einer geneigten Gleitfläche, auf der Benutzer hinabgleiten. Zusätzliche Anforderungen für Rutschen enthält DIN EN 1176-3.
S
Sand
Kann sowohl als Spielmaterial als auch – bei geeigneter Beschaffenheit, ausreichender Schichtdicke und entsprechendem Einsatzbereich – als stoßdämpfendes Bodenmaterial verwendet werden.
Schaukel
Spielplatzgerät, bei dem Benutzer an einer beweglich aufgehängten Sitz- oder Benutzerstelle hin- und herschwingen. Zusätzliche Anforderungen enthält DIN EN 1176-2.
Seilbahn
Spielplatzgerät, bei dem sich der Benutzer entlang eines gespannten Seils bewegt. Zusätzliche Anforderungen enthält DIN EN 1176-4.
Sicherheitsbereich
Umgangssprachlicher Sammelbegriff für Bereiche um ein Spielgerät, in denen aufgrund von Bewegung oder möglichen Stürzen besondere sicherheitstechnische Anforderungen zu beachten sind.
Spielplatzboden
Bodenfläche eines Spielbereichs. In Aufprallflächen können abhängig von der freien Fallhöhe besondere Anforderungen an die Stoßdämpfung bestehen.
Spielplatzgerät
Gerät oder Konstruktion einschließlich Bauteilen und Konstruktionselementen, an oder mit denen Kinder entsprechend den vorgesehenen Spielmöglichkeiten spielen können.
Stoßdämpfender Boden
Bodenmaterial oder Belag, der die Auswirkungen eines Sturzes vermindern soll. Dazu können beispielsweise lose Schüttmaterialien oder synthetische Fallschutzbeläge gehören.
Stolperstelle
Unebenheit, Kante oder Hindernis, das im Lauf- oder Zugangsbereich eine vermeidbare Stolpergefahr verursachen kann.
T
Typenschild
Kennzeichnung eines Spielgerätes mit Angaben zur Identifikation. Herstellerinformationen erleichtern unter anderem Wartung, Ersatzteilbeschaffung und eindeutige Zuordnung.
Treppe
Aufstieg aus mehreren aufeinanderfolgenden Stufen. Je nach Höhe und Ausführung sind unter anderem Absturzsicherungen und weitere sicherheitstechnische Anforderungen zu beachten.
V
Verschleiß
Durch Nutzung, Witterung oder Alterung entstehende Material- oder Funktionsveränderung. Verschleiß ist bei regelmäßigen Inspektionen zu beurteilen.
Verschleißteil
Bauteil, das bei bestimmungsgemäßer Nutzung einem vorhersehbaren Verschleiß unterliegt und deshalb regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ausgetauscht werden muss.
Visuelle Routine-Inspektion
Regelmäßige Sichtkontrolle zur Erkennung offensichtlicher Gefahrenquellen, die beispielsweise durch Vandalismus, Benutzung oder Witterung entstanden sind.
W
Wartung
Maßnahmen zur Erhaltung des sicheren und funktionsfähigen Zustands einer Spielanlage. Dazu können beispielsweise das Nachziehen von Verbindungen, die Pflege beweglicher Teile, das Auffüllen von Fallschutzmaterial oder der Austausch verschlissener Bauteile gehören.
Wippgerät
Spielplatzgerät, dessen Bewegung durch den Benutzer ausgelöst wird und typischerweise um einen Auflage- oder Drehpunkt erfolgt. Zusätzliche Anforderungen enthält DIN EN 1176-6.
Z
Zaun
Einfriedung oder Abgrenzung eines Spielbereichs. Die Ausführung sollte keine zusätzlichen Gefährdungen wie Spitzen, scharfe Kanten oder gefährliche Fangstellen aufweisen.
Zugänglichkeit für Erwachsene
Spielgeräte und geschlossene Bereiche müssen so gestaltet sein, dass Erwachsene im Bedarfsfall Zugang erhalten können, um einem Kind Hilfe zu leisten.
